10 Fehler, die Sie bei der Azubi-Suche unbedingt vermeiden sollten

Es gibt eine zunehmende Zahl an Ausbildungsplätzen, die unbesetzt bleiben und zahlreiche Unternehmen suchen dringend nach Auszubildenden. Dabei stellen Faktoren wie der demografische Wandel und die zunehmende Akademisierung Arbeitgeber vor eine besondere Herausforderung. Vor diesem Hintergrund müssen Unternehmen umdenken und einige wichtige Dinge beachten.

In diesem Blogbeitrag zeigen wir Ihnen zehn Fehler, die Sie bei der Gewinnung von Azubis auf jeden Fall vermeiden sollten.

1. Auf veraltete Methoden verlassen

Ein großer Fehler, der häufig gemacht wird, ist das Setzen auf veraltete Methoden. Vor einigen Jahren war es noch einfacher, Azubis für das eigene Unternehmen zu gewinnen. Dazu brauchte es meist lediglich ein Inserat in einer lokalen Zeitung oder einer Online-Stellenbörse. Aufgrund der zunehmenden Digitalisierung gibt es jedoch zahlreiche neue Kanäle (insbesondere die sozialen Medien), in denen sich potenzielle Azubis informieren. Wer diese neuen Kanäle nicht nutzt, der erreicht die junge Generation nicht mehr dort, wo sie sich aufhält und büßt dadurch wichtige Reichweite ein.

2. Keine Marke als Ausbildungsbetrieb

Werden Sie zu der ersten Wahl, wenn es um Ausbildungsbetriebe in ihrer Branche und Region geht. Mithilfe von gezielten Maßnahmen zur Stärkung ihrer Arbeitgebermarke haben Sie die Chance, sich als hervorragenden Ausbildungstrieb zu positionieren. Am besten nutzen Sie dazu z. B. Werbeanzeigen in sozialen Medien oder treten gezielt auf Karrieremessen auf. Zeigen Sie neben Ihren klassischen Stellenanzeigen auch spannende Inhalte und Einblicke in Ihr Unternehmen, welche die Kandidaten von Ihnen überzeugen. Nehmen Sie z. B. einen Azubi aus ihrem Unternehmen und erstellen Sie gemeinsam ein Video. Er kann beispielsweise über seine positiven Erfahrungen berichten und weiteren Kandidaten einen guten Eindruck vermitteln. Gute Videos in sozialen Medien müssen heute keine Hochglanz-Produktionen mehr sein – ein einfaches Smartphone-Video reicht schon aus und vermittelt ein authentisches Bild.

3. Kein Alleinstellungsmerkmal

Vielen Kandidaten haben die Qual der Wahl auf der Suche nach einer geeigneten Ausbildungsstelle, bei welchem Unternehmen Sie sich bewerben und im Falle einer Zusage auch eine Ausbildung machen möchten. Versuchen Sie zu zeigen, wo Ihre Vorteile liegen im Kontrast zu Ihren Wettbewerbern. Erklären Sie ihren Kandidaten, weshalb sie sich für Sie entscheiden sollen und wieso sie besser sind als die Konkurrenz. Kommunizieren Sie dabei klar was Sie auszeichnet und wie sich sie von anderen Unternehmen abgrenzen. Zeigen Sie beispielsweise, was sie für eine tolle Arbeitsatmosphäre bei Ihnen herrscht oder sprechen Sie über zusätzliche Mitarbeiterleistungen. Machen Sie sich so einzigartig und attraktiver als andere.

4. Bewerbern keine Chance geben

Die meisten Ausbildungsbetriebe können ihre Ausbildungsplätze nicht besetzen, da sie keine geeigneten Bewerbungen erhalten. Es klingt vor diesem Hintergrund seltsam, dass so vielen Bewerbern abgesagt wird, obwohl die Azubis so dringend gesucht werden. Probleme wie schlechte Schulnoten eines Bewerbers oder das fehlerhafte Anschreiben sollten immer daraufhin geprüft werden, ob diese überhaupt relevant für die Ausbildung sind. Wieso wird wegen kleinen Fehlern im Anschreiben oder einer schlechten Englisch-Note eine Bewerbung auf eine handwerkliche Stelle abgelehnt? Wieso bieten Sie diesen Bewerbern nicht stattdessen eine entsprechende Weiterbildung, um Ihre Kompetenzen bei Ihnen zu verbessern? Sie sollten zahlreiche Wege anbieten, um Kandidaten, die nicht gänzlich Ihrem Profil entsprechen, auf ihrem Weg zu einer Ausbildung zu unterstützen.

5. Keine Strategie

Wenn Sie keine Strategie haben, um mehr Auszubildende für sich zu gewinnen, kann es schwierig werden, die richtigen Maßnahmen zu verfolgen und gesetzte Ziele zu erreichen. Sie müssen von Anfang an eine Strategie festlegen. Eine gute Empfehlung, dem Azubi-Mangel zu begegnen, ist gezieltes (Online-) Marketing. Mit dieser Methode optimieren Sie Ihren gesamten Prozess, vom ersten Kontakt zu einem Interessenten bis hin zur Einstellung eines Azubis. Wenn Sie hierzu einmal geeignete Prozesse aufsetzen, werden Sie nie wieder ratlos auf Bewerber warten müssen sondern können diese jederzeit planbar für sich gewinnen, sobald Bedarf aufkommt. Moderne Software-Lösungen für die Personalgewinnung können Ihnen dabei helfen.

6. Kein mobil optimierter Prozess

Die junge Generation ist in einer digitalen Welt aufgewachsen. Smartphone, Tablet oder Laptop – zu Hause oder unterwegs: sie sind immer da und überall online. Das sollte ihnen auch im Bezug auf die Personalgewinnung bewusst sein! Sie müssen Ihre Karriereseite, Stellenanzeigen etc. daher unbedingt auf mobile Geräte ausrichten und mobil optimal darstellen lassen. Wenn dies bereits versäumt wird, verlieren Sie an dieser Stelle möglicherweise bereits einige Interessenten und Bewerber. Überdenken Sie also ihren Bewerbungsprozess und schauen Sie, ob dieser auch mobil ohne größere Hürden funktioniert. Hürden sind dabei alle unnötigen Eingabefelder, Registrierungen und Bereiche, die mobil nicht zugänglich oder problemlos nutzbar sind.

7. Nur auf Schulabsolventen abzielen

Natürlich sind Schulabsolventen die Hauptzielgruppe für offene Ausbildungsplätze. Allerdings müssen Sie auch auf andere Kandidaten achten, die Interesse an einer Ausbildung haben könnten, wie beispielsweise Studienabbrecher. Das sind oftmals vor allem deshalb interessante Kandidaten, da sie bereits reichlich Erfahrung mitbringen können. Auch Arbeitssuchende, die an einer Umschulung oder Neuausrichtung interessiert sind, könnten für Sie spannend sein. Nehmen Sie daher auch Rücksicht auf andere Zielgruppen und sprechen Sie sie mit gezielten Maßnahmen an.

8. Studienabsolventen bevorzugen

Heute bevorzugen viele Schulabgänger eher einen Studienplatz als eine Ausbildungsstelle. An dieser Stelle ist es sinnvoll, die Entwicklungsperspektiven in Ihrem Unternehmen und dem Ausbildungsberuf aufzuzeigen. Wo kann die Reise für einen Auszubildenden in Ihrem Betrieb hingehen? Zeigen Sie, dass der Ausbildungsplatz in Ihrem Unternehmen ähnlich attraktive Zukunftsaussichten wie ein Studium hat. Es ist also wichtig, dass Sie Mitarbeiter mit Studium nicht grundsätzlich bevorzugt behandeln, sondern ebenso leistungsbezogen wie diejenigen mit einer Ausbildung.

9. Keine ausreichenden Informationen

Sie müssen Schulabgänger über ihr Unternehmen informieren. Es ist schwer genug, Entscheidungen über die Auswahl einer Ausbildung zu treffen. Zeigen Sie Ihnen also ganz klar, was auf Sie zukommt. Beschreiben Sie auf Ihrer Karriereseite und in Ihren Stellenanzeigen den Ablauf des Bewerbungsprozesses und der anschließenden Ausbildung. Machen Sie deutlich, welche Inhalte es gibt und was sie bieten. Erklären Sie beispielsweise die Phasen, die die Azubis bei Ihnen durchlaufen müssen, in einer strukturierten Übersicht und reichern Sie diese auch mit geeignetem Foto- und Videomaterial aus Ihrem Betrieb an. Ihre Bewerber sollten auf den ersten Blick erkennen können, was Sie von einer Ausbildung bei Ihnen erwarten können.

10.  Kein eigener Talentpool

Arbeiten Sie schon mit einem eigenen Talentpool?  Dieser bietet Ihnen die Möglichkeit, schon frühzeitig in Kontakt mit Kandidaten zu treten. Sie machen sich dadurch attraktiver und bekannter. Sprechen Sie frühzeitig Schüler an (z. B. auf Karrieremessen, bei Informationstagen an der Schule, etc.) und laden Sie sie in Ihren Talentpool ein. Informieren Sie ihre Zielgruppe so regelmäßig über Ihren Ausbildungsbetrieb und die dort gegebenen Ausbildungsmöglichkeiten. So können Sie die Kandidaten langfristig von sich und einer Bewerbung bei Ihnen überzeugen. 

Egal, wen Sie einstellen möchten. Es gibt viele ansprechende Möglichkeiten. Weiten Sie ihre Bekanntheit bei verschiedenen Zielgruppen aus und achten sie bei den verschiedenen Fähigkeiten ihrer Bewerber nicht nur auf die Schulnoten. Versuchen Sie, ihren Kandidaten möglichst viele Informationen über Ihr Unternehmen bereitzustellen. Seien Sie mobil erreichbar und in sozialen Medien sichtbar und schon bald werden Sie attraktiver und ziehen mehr Aufmerksamkeit auf sich und damit mehr passende Bewerber an.

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