Fehler bei der Personalgewinnung über die sozialen Medien

Personalgewinnung über die sozialen Medien – klingt für viele Unternehmen attraktiv. Neben der klassischen Personalgewinnung findet sich in den sozialen Medien vor allem die jüngere Zielgruppe wieder. Allerdings können über diese Art der Personalgewinnung schnell Fehler auftreten. Welche Fehler sollten unbedingt vermieden werden? Was kann stattdessen getan werden? Diese Fragen klären wir in diesem Beitrag.

Keine Strategie

Ein paar Stellenanzeigen in den verschiedenen sozialen Netzwerken hochladen und dann abwarten? Besser nicht!

Um die Personalgewinnung über die sozialen Medien erfolgreich zu gestalten, muss eine sichere Strategie erarbeitet werden. Was posten wir auf den verschiedenen Kanälen? Wie sprechen wir die Zielgruppe an? Macht ein bestimmter Kanal auf langfristiger Sicht wirklich Sinn? Welche zusätzlichen Ressourcen werden benötigt? All dies sind Fragen, die sich in der Planung und darüber hinaus gestellt werden sollten. Ein Posting Plan kann dabei helfen, Struktur in die Planung der Beiträge zu bringen. Dort wird festgehalten, wann, was und auf welchem Kanal gepostet werden soll

Eintönige Beiträge

In jeder Stellenanzeige derselbe Text, sich immer wiederholende Beiträge auf den sozialen Netzwerken? Langweilig!

Um eine große Reichweite zu erzielen, ist vor allem Kreativität gefragt. Abwechslungsreiche Beiträge, wie zum Beispiel Neuigkeiten zum Unternehmen, Bewerbungs-Tipps oder das Teilen von anderen interessanten Beiträgen, sind attraktive Themen, die die Zielgruppe sehen wollen. Zusätzlich können bei dem Hochladen mehrerer Stellenanzeigen auf verschiedenen Seiten unterschiedliche Texte benutzt werden. Je nach Netzwerk kann die Sprache auf die Zielgruppe angepasst werden und wirkt somit abwechslungsreich. Der Bewerber sieht, dass sich das Unternehmen bemüht. 

Mangelnde Kommunikation

Inaktiv sein nach dem ein Beitrag hochgeladen wurde? Den Kanal nicht weiter pflegen bis zum nächste Beitrag? Auf keinen Fall!

Personalgewinnung über die sozialen Medien lebt von der Kommunikation. Hier entsteht der erste Kontakt zu potenziellen Kandidaten. Je besser sich ein Unternehmen präsentiert, desto höher ist die Erfolgsquote. Dabei strahlen Unternehmen Sympathie und Authentizität nach außen.

Wenn auf einen Beitrag Reaktionen und Kommentare erfolgen, sollte schnellstmöglich reagiert werden. Auch die Direktnachrichten sollten umgehend beantwortet werden. Die Kandidaten merken, wenn sich ein Unternehmen (um sie) bemüht.

Ein wichtiger Punkt spielt Active Sourcing, also die direkte Ansprache der Kandidaten, ohne dass vorher ein Kontakt stattgefunden hat. Hier sollte eine individuelle Ansprache erfolgen, zum Beispiel mit Aspekten, die auf dem Profil des Kandidaten ersichtlich werden. Er merkt, dass sich Gedanken gemacht wurde und keine eintönige Ansprache erfolgt. 

Kontaktdaten, wie vor allem die Telefonnummer und die E-Mail des Unternehmens, sollten sichtbar auf der Unternehmensseite auffindbar sein. Dies erleichtert dem Kandidaten die Kontaktaufnahme mit dem jeweiligen Unternehmen.

Zu wenig Präsenz

Die Personalgewinnung über LinkedIn funktioniert gut. Durch die Betreuung weniger Netzwerke sind meine Beiträge hochwertig, wofür also die Arbeit machen und andere Netzwerke pflegen? Theoretisch, ja. Praktisch, na ja. 

Natürlich ist es richtig, dass sich bei der Betreuung weniger Netzwerke mehr auf die Beiträge für die Kanäle konzentriert werden kann. Dementsprechend entstehen auch hochwertige Beiträge. Jedoch sollten alle Netzwerke in den sozialen Medien in Betracht gezogen werden. Auf LinkedIn befindet sich eine andere Zielgruppe als auf Twitter oder auf Instagram. Um eine höhere Erfolgsquote zu haben, sollte sich die Zeit genommen werden, mehrere Netzwerke zu pflegen und auch dafür hochwertige Beiträge zu erstellen.

Schnelle Vorurteile

Auf dem Profil des Kandidaten werden viele Beiträge über die verschiedensten Themen hochgeladen? Jedes Wochenende ist er unterwegs und postet Bilder?

Das bedeutet gar nichts!

Das Auftreten des potenziellen Kandidaten in den sozialen Medien hat keine Aussagekraft über seine Kenntnisse oder Fähigkeiten. Nur, weil ein Kandidat aktiv ist in den sozialen Medien ist, bedeutet das nicht, dass er automatisch qualifiziert genug für die zu besetzende Stelle ist. Genauso auch anders herum. Das Profil des Kandidaten ersetzt keinesfalls den Lebenslauf. 

Die Privatsphäre spielt eine wichtige Rolle. Bei der Personalgewinnung über die sozialen Medien muss die Privatsphäre respektiert werden. Meistens werden Netzwerke wie Facebook oder Instagram für private Zwecke genutzt. Hier haben sie ihr gutes Recht zu zeigen, wenn sie am Wochenende etwas unternehmen. Das bedeutet allerdings im Umkehrschluss nicht gleich, dass sie weniger qualifiziert für die zu besetzende Stelle sind. 

Die Profile stellen keinen Ersatz für das persönliche Kennenlernen dar. Bei einem persönlichen Kennenlernen kann geprüft werden, wie die Kandidaten beispielsweise auf Stress reagieren oder ob ihre Persönlichkeit in das jeweilige Team passt.

Fazit

Personalgewinnung über die sozialen Medien ist ein effektives Mittel, um neben der klassischen Personalgewinnung mehr Personen zu erreichen und somit die freie Stelle schneller zu besetzen. Potenziellen Kandidaten können direkt angesprochen werden. Auch die Kandidaten können ein Unternehmen auf einfache Weise kontaktieren.  

Jedoch muss sich für die Personalgewinnung über die sozialen Medien ausreichend Zeit genommen und Expertenwissen dazugeholt werden, um ein erfolgreiches Konzept zu erarbeiten. Auch die dauerhafte und regelmäßige Pflege sollte nicht zu kurz kommen. 

Nicht jeder Mensch besitzt in den sozialen Medien ein Profil. Deswegen sollte das Konzept

eines Unternehmens zur Personalgewinnung nicht ausschließlich über die sozialen Medien bestehen. Es sollte lediglich eine Ergänzung zu der klassischen Personalgewinnung sein. 

Schreibe einen Kommentar