Employer Branding auf TikTok

Die Nutzung der klassischen und bekannten Kanäle für die Suche nach neuem Personal kann nicht nur zeitaufwendig, sondern auch teuer sein. Oftmals können passende Bewerber nur schwierig gefunden werden. Aus diesem Grund kommt dem Social Recruiting immer mehr Bedeutung zu.

Eine der in den letzten Jahren am häufigsten heruntergeladenen Apps bietet spannende und neue Möglichkeiten im Bereich Employer Branding und Recruiting. Und zwar ist das TikTok.

Was ist TikTok?

TikTok wurde 2018 ins Leben gerufen und ist derzeit die am schnellsten wachsende Social Media Plattform der Welt. Aktuell zählt das Netzwerk über 1,5 Milliarden Nutzer weltweit. In der DACH-Region sind es 18 Millionen aktive Nutzer.

Auf TikTok lassen sich kurze Videos erstellen, hochladen und anschauen. Durch den besonderen Algorithmus der Plattform können großes Engagement, eine hohe Reichweite und schnell Aufmerksamkeit erreicht werden.

Durchschnittlich verbringt ein Nutzer 55 Minuten auf der Videoplattform pro Tag. Mehr als auf Facebook und Instagram.

Der Vorteil von TikTok

Die Plattform bietet im Bezug auf das Employer Branding und der Personalgewinnung einen großen Vorteil. Viele der Konkurrenzunternehmen sind noch nicht auf der Plattform aktiv. Der Markt ist daher noch relativ überschaubar und bietet somit eine gute Möglichkeit, hervorzustechen und neue Maßstäbe zu setzen. Doch man sollte schnell sein. Immer mehr Unternehmen springen auf den Zug auf.

Mit wenig Aufwand lassen sich in kurzer Zeit eine Vielzahl von Nutzern erreichen und das Profil kann im Vergleich zu anderen sozialen Netzwerken schneller organisch wachsen.

Immer mehr Unternehmen, insbesondere Start-ups, verwenden TikTok als Marketing- und Employer Branding-Tool. Wo Unternehmensprofile noch eine Seltenheit auf TikTok sind, ist es für potenzielle Bewerber besonders ansprechend, ihre Aktivität auf der Plattform zu sehen. Das Führen eines Accounts auf der Videoplattform zeigt Mitarbeitern und Kandidaten vor allem, dass es jung und innovativ ist und sich stets auf dem neuesten Stand befindet.

Nutzer und Zielgruppe auf TikTok

2/3 der Nutzer auf TikTok sind zwischen 16 und 24 Jahre alt. 1/3 sind älter als 25. Die Plattform ist vor allem bei der Generation Z am beliebtesten. Die Nutzung kann daher sinnvoll sein, um diese sonst schwer zu erreichende Zielgruppe anzusprechen.

Die Generation Z kommt langsam immer mehr auf den Arbeitsmarkt. Somit werden auch neue Bedürfnisse und Anforderungen an Personaler gestellt. Das Arbeiten sollte idealerweise flexibel, ortsungebunden und digital sein, die Bewerbung schnell und mobil. Insbesondere Mobile-Recruiting und One-Click-Bewerbungen sind immer gefragter.

Der Anteil der über 30-jährigen steigt langsam auf TikTok. Ein Phänomen, dass sich auch auf Plattformen wie Facebook und Instagram beobachten lassen konnte. Es weist auf die Reifung des Netzwerkes hin. Doch wer jetzt aktiv wird, ist noch lange nicht zu spät und kann gezielt junge Talente ansprechen.

Die richtigen Inhalte

TikTok bietet großes Potenzial für das Employer Branding. Dazu muss aber der richtige Content erstellt werden.

Die Aufmerksamkeitsspanne in den sozialen Medien nimmt immer mehr ab. Grund dafür sind die Vielzahl an Inhalten und die somit entstehende Reizüberflutung. Das Video-Marketing wird aus diesem Grund immer beliebter. TikTok bietet genau diese Möglichkeit. Zudem lassen sich die Inhalte auf der Plattform in wenigen Sekunden konsumieren.

Für ein effektives Employer Branding sind kreative und authentische Inhalte essenziell. Sie dürfen nicht wie Werbung wirken. Ideale Beispiele hierfür sind Einblicke in das Arbeitsleben, der Geschäftsalltag oder mitarbeitergenerierte Inhalte.

Doch worauf ist bei der Ansprache der jungen Nutzer besonders zu achten?

Die Generation Z verstehen

Um ansprechende Inhalte zu erstellen, muss die junge Zielgruppe auf TikTok verstanden werden. Die Bedürfnisse der Nutzer müssen von den Personalern begriffen und auch von einem Unternehmen gelebt werden, damit sich ein potenzieller Kandidat mit diesem identifizieren kann.

Flache Hierarchien, flexible Arbeitskonzepte, Benefits zur persönlichen Weiterentwicklung und eine gesunde Work-Life-Balance sind das, was sich die Generation Z wünscht. Sie ordnen gesellschaftlich relevante Ziele vor ihre persönlichen, setzen Ethik vor Erfolg und Sinnhaftigkeit vor materiellen Wohlstand. Diese Generation möchte einen Sinn in ihrer Arbeit sehen und dabei nicht nur zugucken, sondern selbst handeln.

Die Nutzer auf TikTok wollen in der Regel eins – und zwar unterhalten werden. Deshalb muss vor allem passiv auf die Vorteile des Unternehmens aufmerksam gemacht werden. Ideal sind Videos, die eine gute Arbeitsatmosphäre und den Zusammenhalt eines Teams zeigen. Gerade das Unperfekte sorgt für besonders viel Aufmerksamkeit. Durch Humor, gepaart mit Selbstironie, Authentizität und Diversität ist zusätzlich die Hemmschwelle von potenziellen Kandidaten gesenkt, sich zu bewerben.

Auch kleine Accounts können so durch den einzigartigen Algorithmus schnell Reichweite erlangen. Ein einziges Video kann schon zum Employer Branding- oder Recruiting-Hit werden. Dabei ist jedoch zu beachten, dass das Netzwerk sehr schnelllebig ist. Neue Trends entstehen täglich. Das, was gestern noch angesagt war, kann heute schon der Schnee von gestern sein.

TikTok steigt langsam auf den Recruiting-Zug auf

2021 startete TikTok in den USA ein Pilotprojekt, um selbst die Recruiting-Branche aufzumischen. Mit dem Hashtag #TikTokResumes können Jobinteressierte sich selbst in kreativen Videos präsentieren und vermarkten. Einige US-Unternehmen sind schon an dem Projekt beteiligt und finden ihre neuen Mitarbeiter über diese Videos.

Fazit

TikTok ist aktuell eine der beliebtesten Social-Media-Plattformen weltweit. Das Netzwerk verfügt über Engagement-Raten, die so auf anderen Kanälen nicht erreicht werden können. Gerade für Marketing- und Employer Branding-Maßnahmen bietet TikTok viele Chancen. Unternehmen, die jetzt noch auf die Plattform aufspringen, profitieren von dem bisher noch übersichtlichen Markt an Unternehmensprofilen. Dabei kommt es aber auf die richtigen Inhalte an. Insbesondere die junge Zielgruppe und ihre Bedürfnisse müssen verstanden werden, um auch erfolgreich die eigene Arbeitgebermarke zu stärken und letztendlich daraus zu profitieren.

Schreibe einen Kommentar