Unternehmenswerte

Unternehmenswerte sind wichtig. Sowohl intern als auch extern. Gerade im Bewerbungsprozess spielen sie eine große Rolle. Rund ¾ der Talente würden sich nicht bei einem Unternehmen bewerben, dessen Werte nicht mit dem eigenen übereinstimmen.

Unternehmenswerte müssen gelebt werden. Sie müssen wie eine Marke kommuniziert werden. Sonst verpasst man seine Chance im „War for Talents“. Denn gerade Unternehmen mit erfolgreich definierten und in die Praxis umgesetzten Werten liegen auf der Überholspur.

Definition – Was sind Unternehmenswerte?

Werte sind Eigenschaften und Ideale, die für uns wichtig sind und nach denen wir handeln. Dabei sind Werte immer subjektiv zu betrachten. Aus diesem Grund spricht man auch von Wertvorstellungen. Anhand dieser bewerten wir Situationen, Personen, Handeln etc..

Überträgt man die Definition von Werten auf die Unternehmensebene heißt das: Werte, die das Unternehmen nach innen und außen verkörpert, dienen den Führungskräften und Arbeitnehmern als Handlungsorientierung, Verhaltensmaßstab und Entscheidungsgrundlage.

Sie bilden die Basis aller Handlungen und weisen in diesem Zusammenhang eine Richtung. Sie beschreiben, wer das Unternehmen ist, wofür es steht und was es tut. Im besten Fall spiegeln sich dann genau diese Unternehmenswerte in der Arbeit wider.

Warum braucht ein Unternehmen Werte? – Die vier Wertearten

Neben den grundlegenden Werten und Überzeugungen eines Unternehmens, den Core Values, beschreibt der US-amerikanische Führungsexperte Patrick Lencioni noch drei weiter Wertearten, die für ein Unternehmen entscheidend sein können:

Core Values: Sie sind die Kernwerte eines Unternehmens und bilden die Grundlage für die tägliche Arbeit und das Verhalten am Arbeitsplatz. Sie bestimmen alle Praktiken, Handlungen und Interaktionen. Außerdem heben sie das Unternehmen von anderen ab und beschreiben den derzeitigen Ist-Zustand.

Aspirational Values: Sind Bestrebungswerte, also Werte, die bestrebt werden zu erreichen, um den künftigen Erfolg eines Unternehmens zu sichern. Sie beschreiben den künftigen Soll-Zustand und sind daher aktuell noch nicht im Unternehmen vorhanden. Für die Einführung der Aspirational Values ist zu beachten, dass sie die Core Values nicht abschwächen oder mit ihnen in einen Gegensatz geraten.

Permission-to-play Values: Sind sogenannte Spielgenehmigungswerte. Sie entsprechen den erwarteten Grundwerten und Mindestanforderungen, die ein Unternehmen an das Sozialverhalten seiner Mitarbeiter stellt. Das sind beispielsweise Respekt, Integrität und Ehrlichkeit. Dabei ähneln sich diese Werte oft bei den meisten Unternehmen, weshalb sie nur wenig im Wettbewerb beitragen.

Accidental Values: Sind Zufallswerte. Sie sind unbeabsichtigt entstanden und wurden nicht aktiv vom Unternehmen gefördert. Sie können sowohl positiv als auch negativ sein. Daher sollten hindernde Accidental Values schnellstens beseitigt werden.

Deshalb sind Unternehmenswerte wichtig! – die Vorteile

Eins lässt sich sagen: Die gelebten Unternehmenswerte haben positiven Einfluss auf den Unternehmenserfolg.

In der heutigen modernen Arbeitswelt möchten Mitarbeiter mehr, als nur für ein Gehalt zu arbeiten. Gerade Berufseinsteiger und Talente der Generation Z erwarten, dass ein Unternehmen verantwortungsvoll und wertebasiert handelt. Es soll ihren Vorstellungen, Wünschen und Bedürfnissen entsprechen.

Motivation: Angestellte möchten einen Sinn in ihrer Arbeit sehen. Dieser Sinn ergibt sich aus den Unternehmenswerten. Mit ihnen können sie sich identifizieren, zusammenwachsen und das Beste herausholen. Denn Werte sind sinnstiftend. Sie haben eine positive Wirkung auf das Vertrauen, motivieren und unterstützen die Produktivität. Sie geben einen Rahmen vor, in dem sich die Mitarbeiter bewegen können.

Geschäftspraxis: Unternehmenswerte tragen dazu bei, die Geschäftspraxis eines Unternehmens genauer zu definieren. Sie dienen dabei als Entscheidungsgrundlage, Handlungsorientierung und Verhaltensmaßstab für Führungskräfte und Angestellte. So ermöglichen sie im Berufsalltag eine effektive und effiziente Zusammenarbeit.

Recruiting-Prozess: Gerade beim „War for Talents“ spielen Unternehmenswerte eine entscheidende Rolle. Die Mehrzahl der Bewerber analysiert vor einer Bewerbung die Werte eines Unternehmens. Viele Talente bewerben sich nämlich ausschließlich bei Betrieben, mit deren Werten sie übereinstimmen. Und auch Arbeitgeber profitieren bei der Personalauswahl von den Unternehmenswerten. So können sie dabei helfen, ob ein Bewerber gut in die Firma passt. Mehrere Studien haben bereits herausgefunden, dass Unternehmen, die nach Werten richten, erfolgreicher sind.

Erfolgreich durch Unternehmenswerte – die Wirkungsebenen

Die Unternehmenswerte können auf unterschiedlichen Ebenen positiv beitragen:

Unternehmensebene: Hier dienen die Werte der gesamten Unternehmensführung. Sie definieren die Philosophie für den Unternehmenserfolg. Durch erfolgreich umgesetzte Unternehmenswerte lässt sich erkennen, wie Ziele erreicht werden können und wie die Wahrnehmung nach außen gesteuert werden kann. Dabei unterstützen sie die Auswahl von Geschäftspartnern, Investitionen, Entwicklung, Führung und Auswahl von Personal.

Mitarbeiterebene: Mithilfe der Unternehmenswerte entsteht für Arbeitnehmer ein Referenzsystem, welches als Entscheidungshilfe sowie Haltungs- und Handlungsorientierung fungiert. Werte, die von Seite der Mitarbeitenden geteilt werden, stärken die Identifikation zum Unternehmen und erschaffen dadurch ein Gemeinschaftsgefühl. Sie erhöhen die Passung von Bewerbern und Mitarbeitern und tragen somit maßgeblich zur Loyalität und Mitarbeiterbindung bei.

Kundenebene: Unternehmenswerte wirken nicht nur nach innen, sondern auch nach außen. Wichtig ist es daher, die Unternehmenswerte im Employer Branding auch als Marke zu nutzen. Sie stärken das Image eines Unternehmens und erhöhen die Glaubwürdigkeit bei Kunden, wodurch diese eine positive Beziehung und Vertrauen zum Unternehmen aufbauen.

Beispiele für Unternehmenswerte

  • Innovation
  • Kundenfreundlichkeit
  • Qualität
  • Zuverlässigkeit
  • Umweltbewusstsein
  • Respekt
  • Leidenschaft
  • Kommunikation
  • Selbstlosigkeit
  • Neugierde