Social Media Recruiting: Alles Social oder was?

Social Media Recruiting: Mitarbeiter finden durch aktive und passive Methoden.

Team Catch
Team Catch

Die Möglichkeit, Produkte und Dienstleistungen über die sozialen Medien zu vermarkten, haben die meisten Unternehmen bereits erkannt. Doch nicht nur neue Kunden lassen sich darüber finden, sondern auch neue Mitarbeiter.

Unter Social Media Recruiting werden alle Maßnahmen zusammengefasst, die das Personalmarketing in den sozialen Medien nutzt. Dabei kann sowohl aktiv als auch passiv vorgegangen werden. Die passiven Maßnahmen beinhalten die Pflege einer Unternehmensseite in einem oder verschiedenen sozialen Medien und die Moderation der Kommentare. Das Unternehmen baut sich somit eine Corporate Identity auf und sorgt dafür, dass es potenziellen neuen Mitarbeitern positiv auffällt.

Bei der aktiven Suche hingegen werden gezielt User gesucht, die ins Unternehmen passen könnten. Diese werden dann angesprochen, um einen Kontakt herzustellen. Die schnelle und unkomplizierte Kommunikation stellt auch eine der großen Besonderheiten des Social Media Recruitings dar. Dadurch entsteht die Möglichkeit, ein großes Netzwerk von verschiedensten Kontakten aufzubauen.

Welche Methoden gibt es?

Die bereits oben genannte aktive Ansprache von potenziell passenden Kandidaten aufgrund ihrer Social Media Profile wird auch Active Sourcing genannt. Wichtig hierbei ist die richtige Formulierung, um die Zielgruppe anzusprechen. Vermieden werden sollten Standardtexte, die massenhaft geschickt werden. Diese Nachrichten werden von der entsprechenden Zielgruppe meist als nervige Spamnachrichten empfunden und ignoriert.

Passiver dagegen ist das Content-Marketing und das Employer Branding. Hier geht es darum, die Aufmerksamkeit der Zielgruppe durch interessante Inhalte zu wecken. Die dabei geposteten Inhalte sollten natürlich auf das jeweilige Unternehmen abgestimmt sein. Allgemein eignen sich dafür Posts, die die Arbeit im Unternehmen darstellen. Mitarbeiter können sich beispielsweise vorstellen oder von ihrem Arbeitstag berichten. Auch Teamevents oder Feiern können dokumentiert werden, genauso wie Einblicke in die Teamarbeit. Es werden also Geschichten aus dem Unternehmen erzählt, die der Zielgruppe die Möglichkeit geben, sich mit dem Unternehmen zu identifizieren und in ihnen gleichzeitig  den Wunsch weckt, zu diesem Team zu gehören.

Eine noch nicht häufig genutzte Methode des Social Media Recruiting ist das Empfehlungsmarketing bzw. Influencer Marketing. Viele Unternehmen nutzen bereits Influencer, um ihre Reichweite zu erhöhen und ihre Produkte zu vermarkten, aber im Personalmarketing wird diese Möglichkeit nur selten genutzt. Wichtig ist hierbei, dass die Zielgruppe des Influencers auch genau zu der Zielgruppe des Unternehmens passt. Dann kann beispielsweise der passende Influencer ein Tagespraktikum im Unternehmen machen oder einen Mitarbeiter einen Tag lang begleiten und darüber berichten.

Alle oben genannten Methoden können selbstverständlich auch miteinander kombiniert werden.

Wie sieht gutes Social Media Recruiting aus?

Wie bei jeder Marketingmaßnahme sollte auch hier im Vorfeld eine Strategie entwickelt werden und nicht einfach ohne einen Plan gehandelt werden. Dazu sollten auch Ziele gesetzt werden. Was soll mit den Maßnahmen erreicht werden? Es ist hilfreich, sich bei der Festlegung der Ziele am SMART Modell zu orientieren.

Spezifisch - So konkret und genau formuliert wie möglich

Messbar - 10% mehr Follower? 4 neue Mitarbeiter?

Akzeptiert - Das Ziel muss für die involvierten Personen auch erstrebenswert sein

Realistisch - Es bringt nichts Ziele zu formulieren, die nicht erreicht werden können. Das lässt die Motivation sinken

Terminierbar - Nennung einer festen Zeitangabe

Nachdem die Strategie und das Ziel der Maßnahmen festgelegt wurden, sollten auch einige grundlegenden Richtlinien und Zuständigkeiten geklärt werden. Wer ist für die Social-Media-Kanäle und eventuelle Bewerbungen zuständig? Wie soll mit den potenziellen Kandidaten kommuniziert werden? Sollen sie mit „Du“ oder mit „Sie“ angesprochen werden? Wie wird mit eventuellen Beleidigungen und Lügen umgegangen? All dies muss auch an die jeweilige Zielplattform angepasst werden.

Danach muss eine attraktive Unternehmensseite erstellt werden. Auch diese muss für die ausgewählten Plattformen optimiert werden und zum Corporate Design passen.

Durch regelmäßige Inhalte wird die Unternehmensseite leichter gefunden und bleibt der Zielgruppe im Gedächtnis. Die geposteten Inhalte sollten zur angestrebten Zielgruppe passen, die Nutzer unterhalten und ihre Aufmerksamkeit erregen.

Die Vor- und Nachteile auf einen Blick

Vorteile

  • Zielgruppe wird im persönlichen Umfeld angesprochen
  • Es kann auch Kontakt zu Personen hergestellt werden, die gerade nicht aktiv nach einem neuen Job suchen
  • Vor allem die jüngere Generation nutzt soziale Medien zur Jobsuche
  • Hohe Reichweite möglich, wenn interessante Inhalte geteilt werden
  • Ergebnisse der Aktivitäten sind messbar, somit Entscheidungen leicht anpassbar
  • Einfach und schnelle Kommunikation möglich
  • Möglichkeit einen Talent Pool zu erstellen und diesen zu nutzen, wenn neue Mitarbeiter gesucht werden

Nachteile

  • Unterschiedliche Zielgruppen auf unterschiedlichen Plattformen
  • Fehler in der Kommunikation können negative Auswirkungen haben und das Unternehmensimage beschädigen („Shitstorm“)
  • Datenschutz muss gewährleistet sein
  • RecruiterInnen müssen die einzelnen Kanäle beherrschen, um sie optimal zu nutzen

Die unterschiedlichen Kanäle

Mittlerweile können Unternehmen eine Vielzahl von Social-Media-Kanälen für sich nutzen. Alle davon eignen sich für das Employer Branding und das Darstellen des Unternehmens in interessanten Beiträgen.

Den größten Unterschied findet man wohl zwischen den Social Networks und den Business Networks. Da die Nutzer der Social Networks wie Facebook, Twitter und Instagram größtenteils privat unterwegs sind, eignen sich die Plattformen besonders dafür, einen authentischen Eindruck von potenziellen Kandidaten zu bekommen.

Im Gegensatz dazu können Unternehmen auf den Business Networks wie XING und LinkedIn mehr Informationen zu den beruflichen Werdegängen der User finden. Da die Nutzer dort im Allgemeinen nicht aus privaten Gründen unterwegs sind, ist die Chance dort höher, dass sie Interesse an neuen Kontakten und Stellenangeboten haben.

Instagram ist die beliebteste Plattform bei den 14- bis 29-jährigen Menschen. Hier empfiehlt es sich mehrmals täglich Fotos und kurze Videos zu posten sowie feste, wiederkehrende Formate zu kreieren, die den Wiedererkennungswert steigern. Beliebt sind auch die Instagram Storys. Bei einem sogenannten „Instagram Story Takeover“ könnte beispielsweise ein Mitarbeiter seinen Arbeitstag in kurzen, unterhaltsamen Videos dokumentieren.

Facebook ist bei den Menschen über 30 Jahren sehr beliebt. Auch hier sollten überwiegend Videos und Fotos gepostet werden, da Posts, die aus reinem Text bestehen, gerne übersehen werden. Die Posts sollten kurz, knackig und unterhaltsam sein.

Bei den Business Networks wie XING und LinkedIn sollten sowohl das Unternehmensprofil als auch die privaten Profile der Recruiter gepflegt werden, um einen professionellen ersten Eindruck zu hinterlassen. Durch den erweiterten Suchfilter können genau die Kandidaten gefunden und angesprochen werden, die den Auswahlkriterien entsprechen. Wie bei den anderen sozialen Netzwerken, sollte dieses Anschreiben persönlich und individuell gestaltet sein und kein Standardtext, der an 100 Profile verschickt wird.

Vielversprechende Kandidaten, die gerade keinen neuen Job suchen oder für die momentan keine passende Stelle verfügbar ist, können trotzdem in einem Talent Pool vorgemerkt werden. Dieses Netzwerk sollte auch durch regelmäßige Kontakte mit den Kandidaten gepflegt werden.

Fazit

Social Media Recruiting stellt eine gute Möglichkeit dar, zielgruppengenau neue Mitarbeiter zu finden. Allerdings gehört auch einiges an Wissen und Vorbereitungdazu. Vor der Umsetzung jeder Maßnahme muss daher eine Strategie und eine Zielsetzung erarbeitet werden, damit klar wird, was erreicht werden soll und wer gesucht wird.

Dann sollte entschieden werden, welche sozialen Medien für die Umsetzung der Ziele geeignet sind und welche Inhalte und Vorgehensweisen zu den ausgewählten Netzwerken passen.

Durch regelmäßige Postings mit interessanten und unterhaltsamen Inhalten werden potenzielle Kandidaten auf das Unternehmen aufmerksam und durch die Suchfilter können passende neue Mitarbeiter schnell gefunden werden.

Dank der eher lockeren Atmosphäre in den sozialen Medien können Kontakte mit den Nutzern schnell und einfach hergestellt werden und potenzielle neue Mitarbeiter direkt und informell angesprochen werden.

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